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Tag: Pensionsabschläge

Es sind 44 Fragen vorhanden:

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THEMA: Soziales
10.11.2015
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Hr.Sozialminister Hundstorfer,
Ich bin Jg.56, habe 44Jahre (532Monate) Sozialversicherung einbezahlt, seit ca.30Jahren Höchstbeitrag. Ich habe nun die vorläufige Berechnung der PV erhalten. Diese zeigt daß ich mit ca.18% weniger Pension rechnen muß, wenn ich mit 62J in Pension gehe.
Ich halte das aus mehreren Gründen für ungerecht:
1.Da ich bis vor kurzem im Glauben gelassen wurde mit 60 in Pension gehen zu können.
2.Da Jahrgänge vor 55 dies konnten
3.Da der Unterschied zu "Jg vor 55" monitär minus 18%, 2Jahre länger arbeiten und 2Jahre länger Beiträge zahlen bedeuted
4.Da früher anfangen zu arbeiten/einzubezahlen, nicht zu studieren/zu beziehen etc. doch auch früher in Pension gehen bedeuten kann und soll
5.Da das vielzitierte tatsächliche Antrittsalter der Österreicher total verfälscht wurde, durch z.b. ÖBB Antrittsalter
6.Da jegliche, bis dato eingeführten Einsparungen hauptsächlich die Leistungsträger, als einen derer ich mich bezeichne betrifft siehe oben
7.Da keine Übergangzeiten zur Anwendung kommen, ich dadurch keine Möglichkeiten habe auf diese Änderungen zu reagieren, jüngere Haben diese Möglichkeiten
Meine Frage:
Hr. Sozialminister, werden meine Argumente in die angekündigte "Pensionsreform" einfliessen können oder halten Sie diese Argumente für unrichtig?
12.12.2015
Antwort von Rudolf Hundstorfer

Rudolf Hundstorfer
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Vielen Dank für Ihr Schreiben, das ich mit großem Interesse gelesen habe. Lassen Sie mich wie folgt antworten:
Als verantwortlicher Bundesminister ist es meine Aufgabe, die Stabilität und Finanzierbarkeit des öffentlichen Pensionssystems im Interesse der Versicherten zu gewährleisten.
In Österreich sind wir in der glücklichen Situation, dass wir permanent steigende Lebenserwartungen verzeichnen. Das hat unter anderem zur Folge, dass Menschen immer länger ihre Pension genießen können. Das ist sehr erfreulich, macht jedoch klarerweise gewisse Adaptionen im Pensionsrecht notwendig. Da ich weder Pensionskürzungen noch Beitragserhöhungen befürworte, ist es mein Weg, das tatsächliche Pensionsantrittsalter zu erhöhen und dem gesetzlichen zu nähern. Neben zahlreichen Beschäftigungsmaßnahmen und gesundheitlichen Maßnahmen sind daher auch gewisse Änderungen bei vorzeitigen Alterspensionen und der Invaliditätspension nötig geworden.
Zu den wichtigsten Änderungen der vergangenen Jahre zählen geänderte Abschlagsregelungen, die Umstellung der befristeten Invaliditätspension für ab 1964 Geborene auf ein Reha- und Umschulungssystem und das Auslaufen der Langzeitversichertenregelung.
Die Möglichkeit mit 60 Jahren eine Langzeitversichertenpension (sog. „Hacklerregelung“) zu beziehen, bestand bei Männern für sog. „Langzeitversicherte“ beim Vorliegen von 45 Beitragsjahren bis zum Jahr 2013. Um ein abruptes Ende der Langzeitversichertenregelung zu vermeiden, wurde mit dem Budgetbegleitgesetz 2011 fixiert, dass die Langzeitversichertenregelung in den folgenden Jahren zwar bestehen bleibt, jedoch auslaufen wird.
Dass bei einem vorzeitigen Pensionsantritt (wie bei der Korridorpension) Abschläge berechnet werden, soll in erster Linie dazu beitragen, dass die Zeit, die länger in Pension verbracht wird – versicherungsmathematisch – berücksichtigt wird. Begründet werden Abschläge daher mit der längeren durchschnittlichen Pensionsbezugsdauer. So werden bei einer Frühpension, die mit 62 Jahren angetreten wird, 42 Pensionszahlungen mehr ausbezahlt. Ein Versicherter der mit 65 Jahren zum Regelpensionsalter in Pension geht, bekommt diese Zahlungen nicht.
Bei Inanspruchnahme einer Korridorpension sind sowohl bei vor 1955 Geborenen als auch bei ab 1955 Geborenen Abschläge zu machen. Diese werden allerdings anders berechnet.
Im Pensionskonto (ab 1955 Geborene) wird bei der Korridorpension ein Abschlag in der Höhe von 5,1 % pro Jahr des vorzeitigen Pensionsantritts abgezogen. Für drei Jahre beträgt der Abschlag daher 15,3 %. Eine weitere Verminderung der Pensionsleistung entsteht durch die fehlenden jährlichen Teilgutschriften (1,78 % des beitragspflichtigen Jahresentgelts) und die verlorene Aufwertung für die Jahre des vorzeitigen Pensionsantritts.
Die Maßnahmen haben Wirkung gezeigt. Insgesamt ist das Antrittsalter von 2013 auf 2014 um 13 Monate gestiegen. Das faktische Pensionsantrittsalter in der gesetzlichen Pensionsversicherung (ohne Beamte) bei Männern (Neuzugänge) lag 2014 bei 63 Jahren und 3 Monaten (Alterspensionen inkl. vorzeitige Alterspensionen) bzw. 60 Jahren und 9 Monaten (inkl. Invaliditätspensionen).
Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion betreffend etwaige weitere Maßnahmen im Pensionsbereich ist festzuhalten, dass im Februar 2016 die Ergebnisse des Pensionsmonitorings vorliegen werden. Diese werden zeigen, ob die getroffenen Maßnahmen weiterhin Wirkung zeigen und ob insbesondere das faktische Pensionsantrittsalter weiter gestiegen ist. Bisher zeichnet sich jedenfalls eine positive Entwicklung ab.
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers, ich hoffe, dass ich mit den Ausführungen zu mehr Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit hinsichtlich der Regelungen und getroffenen Maßnahmen im Pensionssystem beitragen konnte.

Mit freundlichen Grüßen,
Rudolf Hundstorfer
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THEMA: Arbeit
26.05.2015
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sg. Fr. Mag. Steßl!

Bin Geburtsjahrgang 1954, Beamtin, Alleinerzieherin und keinen Tag arbeitslos:
Anruf beim Bundeskanzleramt vor ca. einem Monat, ob mir jemand die Höhe meiner Pension mit Antritt 62 LJ bzw. 63 LJ errechnen könnte.
Antwort vom BKA (= Bundeskanzleramt): sie tun mir ja so leid, der GJ 1953 konnte mit 60 und ohne Abschläge in Pension gehen und der GJ 1955 hat ein Pensionskonto und der GJ 1954 gehört nirgends dazu. Ich möge im Herbst nochmals anfragen. Jetzt arbeite ich seit 44 Jahren und man kann mir nicht sagen wie hoch meine Pension sein wird!?
Aber immerhin geht es mir noch besser als meinen Kollegen ab GJ 1955. Diese lassen sich von der BVA den Kontostand senden und rechnen sich mittels Pensionsrechner der Arbeiterkammer ihre ungefähre Pension aus.

Nun möchte ich mich bedanken, dass ich um mindestens 2 Jahre länger arbeiten muss als der Geburtsjahrgang vor mir und dafür noch Abschläge erhalte und dass die Beamten so im Regen stehen gelassen werden. Die Gewerkschaft hätte mir auch nur geholfen, wenn ich beigetreten wäre.
Und froh bin ich, dass ich wenigstens - wenn ich schon nirgends dazugehöre, Jahrzehnte Steuern zahlen durfte.

Meine Frage jetzt, bis wann kann mir jemand die genaue Höhe meiner Pension mitteilen? Irgendwie möchte man im Leben ja auch etwas planen können.

MfG U. Vorname des Fragestellers
03.06.2015
Antwort von Sonja Steßl

Sonja Steßl
Sehr geehrte Frau Vorname des Fragestellers!
Danke für Ihre Anfrage.

Pensionsvorausberechnungen für Bundesbeamtinnen werden vom Bundeskanzleramt maximal zwei Jahre vor dem frühestmöglichen Pensionsantritt durchgeführt.

Das Ersuchen, im Herbst nochmals anzufragen dürfte damit zusammenhängen, dass die aktuellen Gehaltstabellen zum Zeitpunkt Ihrer Anfrage noch nicht kundgemacht waren. Eine Berechnung Ihrer voraussichtlichen Pensionshöhe wäre daher nicht auf Grundlage aktueller Zahlen möglich gewesen.

Ich bedauere, dass Ihnen durch diese Auskunft Umstände bzw. Unsicherheiten entstanden sind. Ich darf Ihnen aber versichern, wir arbeiten laufend an der Verbesserung der Abläufe im Bundesdienst.

Eine Berechnung Ihrer Pensionshöhe mit unterschiedlichen Pensionsantrittsterminen erhalten Sie, wenn Sie sich an unsere Pensions-ExpertInnen unter der E-Mail-Adresse III5@bka.gv.at wenden. Für weitere Informationen können Sie sich auch an pensionsberatung@bka.gv.at wenden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit weiterhelfen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

Mag. Sonja Steßl
Staatssekretärin für Verwaltung und Öffentlichen Dienst im Bundeskanzleramt
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THEMA: Soziales
21.12.2014
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Ich wurde am 5.7.1953 geboren und habe die notwendigen Versicherungsmonate für die Hacklerregelung leider erst mit 1.5.2014 erreicht (Nachkauf Schulzeit für 1/2 Jahr leider nicht möglich. Diese 5 Monate kosten mich, wenn ich das richtig sehe gedeckelt 15% meiner Pension. Ist dieser große Sprung überhaupt mit dem Vertrauensschutz vereinbar?
Es kommt aber noch schlimmer: Ich will länger arbeiten und meine Fa. kündigt mich. Ich führe Prozess muss aber auch die Pension beantragen um ein Einkommen zu haben. Abzug 4,2 % p.a. früheren Pensionsantritt. Man gewinnt den Prozess, ist rückwirkend wieder beschäftigt womit Pensionsgrund rückwirkend wegfällt. Wird zwar finanziell rückabgewickelt, ABER EGAL WIE LANGE MAN DANN ARBEITET DER ABZUG WEGEN DES PENSIONSANTRAG VOR DEM REGELPENSIONSALTER BLEIBT IM VOLLEN UMFANG BESTEHEN !!!! Dies laut Auskunft der PVA!I Ist das nicht massiv ungerecht?????
Habe versucht, das Problem kurz aber verständlich zu schildern.
17.09.2015
Antwort von Rudolf Hundstorfer

Rudolf Hundstorfer
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers,

die Inanspruchnahme einer Langzeitversichertenpension ab dem 1.1.2014 ist, je nachdem wie viele Kalendermonate zwischen dem Stichtag und dem Monatsersten nach Vollendung des Regelpensionsalters liegen – mit einem Abschlag von 0,35 % pro Monat (gesamt maximal 15 % der Leistung) verbunden.
Jede vorzeitige Alterspension fällt mit dem Tag weg, ab dem eine Erwerbstätigkeit mit einem Einkommen über der Geringfügigkeitsgrenze ausgeübt wird. (Sie lebt mit dem Tag nach Aufgabe der Erwerbstätigkeit wieder auf.) Dieser gänzliche Wegfall würde sich auch im Falle der von Ihnen in Rede gestellten erfolgreichen Kündigungsanfechtung (rückwirkend) ergeben.
In weiterer Folge ist jede weggefallene vorzeitige Alterspension bei Erreichung des Regelpensionsalters (d.i. das 65. Lebensjahr bei männlichen Versicherten) von Amts wegen entsprechend zu erhöhen: Dabei ist die Leistung für jeden Monat, in dem die vorzeitige Alterspension weggefallen ist, um 0,55 % zu erhöhen.
Auch diese Erhöhung zum 65. Lebensjahr – die eine angemessene Honorierung des in Kauf genommenen Pensionswegfalls darstellt – würde sich bei der von Ihnen aufgezeigten Konstellation einer erfolgreichen Kündigungsanfechtung entsprechend auswirken.
Zu den ab 2014 auch bei der Langzeitversichertenpension zum Tragen kommenden Pensionsabschlägen bitte ich Sie schließlich zu bedenken, dass der Verfassungsgerichtshof in seiner Judikatur zum Vertrauensschutz ausführt, dass Ziele des Gesetzgebers, die im Interesse der Entlastung des Bundeshaushaltes liegen, legitim sind und auch keine Verfassungsvorschrift den Schutz erworbener Rechtspositionen gewährleistet, sodass es grundsätzlich in den rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers fällt, eine geschaffene Rechtsposition auch zu Lasten der Betroffenen zu verändern. Dabei darf bei Änderung der Rechtslage der Eingriff in erworbene Rechtspositionen nicht plötzlich und intensiv sein.
Die Normierung von Abschlägen (wie bei allen anderen Formen des vorgezogenen Pensionsantritts) auch bei der Langzeitversichertenpension ab 1.1.2014 ist nach meiner Einschätzung nicht als plötzlicher und intensiver Eingriff anzusehen, vielmehr aber im Interesse der Entlastung des Bundeshaushaltes unbedingt notwendig geworden.
In unserer Pensionsversicherung müssen alle Anstrengungen unternommen werden, die Menschen in Österreich länger im Erwerbsleben zu halten, um die Nachhaltigkeit des Pensionssystems sowie der öffentlichen Finanzen insgesamt zu verbessern.

Mit freundlichen Grüßen,
Rudolf Hundstorfer
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