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Tag: Pensionsabschläge

Es sind 41 Fragen vorhanden:

Seiten (14): [1] 2 3 4 nächste » ... letzte »
THEMA: Soziales
10.11.2014
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Sehr geehrter Herr Minister,
ist es gesetzlich legal das ich gezwungen werde vorzeitig in Pension zugehen mit Abzügen ein Leben lang und allen negativen finanziellen Folgen für mich ?
Stichtag für die reguläre Alterspension ist der 01.04.2015, also in 5 Monaten. (geb. 07.03.1955/ alleinstehend)
Sachverhalt: Ich erlitt 2012 einen Arbeitsunfall und wurde während der Krankheit gekündigt. Wegen der Unfallfolgen bin ich noch heute in Behandlung.
Trotz intensiver Bemühungen meinerseits ist es mir nicht gelungen einen neuen Arbeitsplatz zu finden.( Alter)
Seit 03.01.2014 bezog ich Übergangsgeld vom AMS.
Nun wurde mir mitgeteilt das ich keinen Anspruch mehr habe und einen Pensionsantrag stellen muss.
Das bedeutet konkret eine geringe Pension auf Grund der wenigen Arbeitsjahre in Österreich. (plus Ausgleichszulage)
Zusätzlich wie schon erwähnt Abzüge wegen gefordertem vorzeitigen Pensionsantritt.
Ich bin deutsche Staatsbürgerin und seit 2007 in Österreich ansässig und berufstätig.
Ich habe als Filialleiterin im Angestelltenverhältnis gearbeitet.
Den größten Teil meines Berufslebens habe ich in Deutschland verbracht. Da in der BRD das gesetzliche Alter für die Pension bei 67 Jahren liegt kann ich erst ab 01.2021 in Pension gehen.
Finanziell bedeutet das konkret : Einkommen 813.99€, Miete ca.700€
incl. Heizung und Strom. Weitere Fixkosten Versicherung, Telefon, Internet, Fahrtkosten um nur das wichtigste zu nennen.
Ich bitte um schnellstmögliche Antwort, da die Problematik dringend ist.
Gibt es eine Lösung für mein Problem ?

Mit freundlichen Grüßen
Vorname des Fragestellers Vorname des Fragestellers
  Antwort von Rudolf Hundstorfer ist noch ausständig
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THEMA: Arbeit
10.07.2014
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
S.g. Hr. Minister,

als Akademiker (naturwissenschaftliches Studium inklusive Doktorat, Geburtsjahr 1979) würde ich bis zu meinem vorläufigen Pensionsantrittsalter von 65 Jahren in etwa auf 35 Pensionsbeitragsjahre kommen. Ein Nachkauf von 10 Pensionsjahren würde momentan in etwa 123941 € kosten, was keinesfalls erschwinglich ist. Die Pensionsabschläge bei nur 35 Pensionsbeitragsjahren sind ebenfalls nicht vertretbar (-17,8% wenn ich das richtig verstanden habe). Es kann nicht sein, dass man einerseits in Österreich Ausbildung und Wissenschaft auf hohem Niveau fördern möchte, und andererseits bekommt ein Akademiker in Pension dann um einiges weniger als hätte er einen Handwerksberuf erlernt. Man bedenke, dass der "Durchschnittsakademiker" zwar ein bisschen mehr verdient als der "Durchschnittshandwerker", dass er dies jedoch nur für wesentlich kürzere Zeit tut und, dass er letztendlich auf Grund der vielen Abzüge finanziell schlechter aussteigt. Meiner Meinung müsste es eine Akademikersonderregelung (Anrechnung der Mindeststudienzeiten) geben, andernfalls sehe ich keinen Anreiz mehr künftig jemanden ein Studium zu empfehlen, sondern ausschließlich einen Beruf zu erlernen. In diesem Fall würde es für unser Land jedoch auch sehr traurig aussehen, da wir sowohl Handwerker als auch Akademiker benötigen. Die Variante, dass Akademiker länger als bis zum 65. Lebensjahr arbeiten sollten ist ebenfalls nicht sinnvoll. Man denke hier an einen Chirurgen, den Leiter einer Sicherheitsabteilung, oder den Leiter eines chemischen Labors. Akademikerberufe sind meist mit einem hohen Maß an Verantwortung verbunden, daher sollte auch hier der rechtzeitige Pensionsantritt unter entsprechenden finanziellen Bedingungen ermöglicht werden. Welche Schritte werden hierfür zukünftig angedacht und gesetzt werden. Gibt es keine Möglichkeiten andere Steuergelder besser zu nutzen?

Beste Grüße,
G. B.
03.10.2014
Antwort von Rudolf Hundstorfer

Rudolf Hundstorfer
Sehr geehrter Herr Dr. Vorname des Fragestellers!

Ich habe Ihre Anregungen auf verbesserte pensionsrechtliche Berücksichtigung von Ausbildungszeiten (Hochschulzeiten) mit Interesse gelesen und möchte aus Sicht der in meine Zuständigkeit fallenden gesetzlichen Pensionsversicherung folgende Beurteilung abgeben:

In unserem Pensionssystem kommt stets der Grundsatz zur Anwendung, dass den für einen Pensionsanspruch sowie für die Berechnung der Pensionshöhe zu berücksichtigenden Versicherungszeiten entsprechende Beitragsleistungen zu Grunde liegen müssen. Diesem Grundsatz würde die von Ihnen angeregte Sonderregelung für Akademiker in Form einer beitragsfreien Anrechnung z.B. der Mindeststudienzeiten völlig widersprechen. Eine Verbesserung in diesem Bereich kann aber auch mit unseren intensiven Bemühungen, der schwierigen budgetären Situation unserer Pensionsversicherung zu begegnen, keinesfalls in Einklang gebracht werden. Die budgetären Notwendigkeiten mussten ja vielmehr bereits im Jahr 2011 zum Anlass für eine Verteuerung der Schul- bzw. Studienzeitennachkäufe genommen werden, weil mit den bis dahin zu entrichtenden Beiträgen eine Kostendeckung der damit ermöglichten früheren Inanspruchnahme von Pensionsleistungen nicht erreicht werden konnte.
Ich darf zu bedenken geben, dass in unserem Pensionssystem mit Blick auf den demografischen Wandel alle Anstrengungen zum Setzen kostendämpfender Maßnahmen notwendig sind: Die Lebenserwartung hat sich erfreulicherweise deutlich erhöht, Pensionisten beziehen heute erheblich länger Pensionsleistungen als noch vor wenigen Jahrzehnten, zugleich gehen geburtenstarke Jahrgänge in Pension während die Zahl der Beitragszahler stabil bleibt. Wir müssen uns der Verantwortung stellen und alles daran setzen, die Finanzierbarkeit unseres Pensionssystems insbesondere auch für die heute junge Generation zu sichern. Meine Arbeit als Sozialminister ist dementsprechend darauf konzentriert, alle geeigneten Schritte zu setzen, die beitragen, dass die Menschen in Österreich länger und gesund im Erwerbsleben bleiben können und Anreize für diesen längeren Verbleib zu bieten, damit das faktische Pensionsantrittsalter möglichst nah an das Regelpensionsalter herangeführt werden kann. Ich bitte um Verständnis, dass ich eine bessere pensionsrechtliche Berücksichtigung von Hochschulzeiten unter Entfall des Nachkauferfordernisses daher nur abschlägig beurteilen kann. Eine solche Verbesserung würde die vorzeitigen Pensionsantrittsmöglichkeiten fördern, wäre mit beträchtlichen und unvertretbaren Kosten für unser Pensionssystem verbunden und steht mit den Maßnahmen zur Erhaltung und langfristigen Sicherung der Finanzierung der Pensionen nicht im Einklang.

Mit freundlichen Grüßen,
Rudolf Hundstorfer
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THEMA: Senioren
12.02.2014
Frage von Name des Fragestellers Name des Fragestellers
Mein Freund wird morgen 60 Jahre alt. Seine Kollegen mit 45 Versicherungsjahren sind mit diesem Alter vor 1,5 Monaten auch in Pension gegangen.
Wenn er, so wie seine Kollegen auch ohne Abschläge in Pension gehen möchte, muss er noch 5 Jahre (d.h. insgesamt 50 Jahre) arbeiten. Warum sind bei ihm 45 Versicherungsjahre und 60 Lebensjahre nicht genug (Werbung!)? Ist dies gerecht? Wem hat er dies zu verdanken? Wen soll er wählen, dass sich diese schlechte Pensionsregelung ändert?
Mit freundlichen Grüßen
Vorname des Fragestellers Vorname des Fragestellers
03.03.2014
Antwort von Rudolf Hundstorfer

Rudolf Hundstorfer
Sehr geehrter Herr Vorname des Fragestellers!

Wie Sie richtig schreiben, haben sich die Anspruchsvoraussetzungen bei der Frühpensionsart Langzeitversichertenregelung („Hacklerregelung“) mit 1.1.2014 geändert. Die Regelung war ursprünglich mit Ende 2013 befristet. Die Bundesregierung hat jedoch entschieden, sie zu verlängern – allerdings mit neuen Konditionen.
Für alle ab dem 1.1.1954 geborenen Männer gilt nun ein frühestmöglicher Pensionsantritt mit dem vollendeten 62. Lebensjahr. Gleichzeitig müssen für diese Pensionsart mindestens 45 Beitragsjahre (540 Beitragsmonate) erfüllt sein.
Grundsätzlich gilt für Pensionen, die vor dem Regelpensionsalter (Männer: 65 Jahre) beansprucht werden, ein Abschlag von 0,35% für jedes Monat bzw. 4,2% für jedes Jahr, in dem die Pension früher beansprucht wird.
Die Lebenserwartung der Österreicher steigt glücklicherweise immer höher – und auch die Jahre, die in guter gesundheitlicher Verfassung verbracht werden, steigen an. Diese für unsere Gesellschaft positive Entwicklung fordert jedoch unsere Sozialversicherungssysteme finanziell heraus.
Die Beiträge der Versicherten reichen für die Zahlungen an die PensionistInnen nicht aus. Jährlich müssen daher schon jetzt Milliarden Euro aus dem Bundesbudget für die Pensionszahlungen zugeschossen werden. Es ist schon heute absehbar, dass in den kommenden Jahrzehnten der finanzielle Bedarf weiter steigen wird, da die geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegszeit in den Ruhestand treten. Gleichzeitig sind durch die anhaltend niedrige Geburtenrate weniger neue Beitragszahler als in der Vergangenheit zu erwarten. Auf diese Gegebenheiten musste reagiert werden:
Daher ist es einerseits das Ziel, Menschen länger im Erwerbsleben zu halten (Initiative „fit2work“ und durch die Reform der Invaliditätspension als Weiterführung des Grundsatzes „Rehabilitation vor Pension“) und andererseits Frühpensionsarten einzuschränken und damit das faktische Pensionsantrittsalter an das vorgesehene gesetzliche Pensionsantrittsalter heranzuführen. Abschläge dienen dabei sowohl als Anreiz, das Erwerbsleben fortzusetzen, als auch als Schritt, jene Zeit, in der bereits eine Leistung vor dem gesetzlichen Pensionsalter bezogen wird, in die Lebenspensionssumme einzubeziehen und (versicherungsmathematisch neutral) zu bewerten.
Ziel aller Reformen im Pensionsbereich ist es, das öffentliche, auf dem Umlageverfahren beruhende Pensionssystem Österreichs langfristig zu sichern und eine ausreichend hohe Altersversorgung für die Versicherten sicherzustellen.

Mit freundlichen Grüßen,
Rudolf Hundstorfer
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